CDU Stadtverband Weiterstadt

Unverzichtbarer Pfeiler der hessischen Abfallinfrastruktur

Gemeinsamer Besuch der Kreistagsfraktion und der ZAW-Fraktion beim HIM-Entsorgungszentrum in Biebesheim

Ende Oktober 2025 besuchten Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion, der CDU-Fraktion des Zweckverbandes Abfall- und Wertstoffeinsammlung (ZAW) und des Arbeitskreises „Energie und Umwelt“ der Kreispartei gemeinsam die HIM GmbH (ehemals Hessische Industriemüll GmbH) mit Hauptsitz in Biebesheim am Rhein. Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 hat sie sich von einem staatlichen Entsorgungsbetrieb zu einem modernen Dienstleister innerhalb der internationalen Indaver-Gruppe entwickelt und ist eines der führenden Unternehmen für die Entsorgung gefährlicher Abfälle in Deutschland.

„Jeder weiß: Schadstoffe gehören nicht in die Mülltonne! Doch wohin werden Farben, Lacke, Lösemittel, Reinigungsmittel, Feuerlöscher, Altbenzin, Pflanzenschutzmittel und dergleichen gebracht, nachdem sie von uns Bürgern beim Schadstoffmobil des ZAW an den Sammelterminen abgegeben wurden?“, fragt sich nicht nur der Vorsitzende der ZAW-Zweckverbandsversammlung Frank Klock. „Regelmäßig gehen wir in Form von Betriebsbesuchen der Frage nach, welche Wege unser Müll nimmt, nachdem er vom ZAW eingesammelt wurde und wie die Entsorgung der verschiedenen Komponenten geschieht. Diesmal sind wir dem Weg der zum Teil giftigen oder vielfältig gefährlichen Schadstoffe gefolgt und haben in Biebesheim bei der HIM GmbH die Sonderabfallverbrennungsanlage (SAV) besichtigt.“

Nach einer Unternehmensvorstellung der HIM GmbH und der Indaver-Gruppe durch den Geschäftsführer des Standortes führte uns der Rundgang zu den gewaltigen Drehrohröfen, die das Zentrum des Werks bilden. Vor der thermischen Verwertung der teils flüssigen Chemieabfälle oder festen Laborrückstände werden im Betriebslabor Proben jeder Anlieferung entnommen. Erst wenn die exakte Zusammensetzung feststeht, wird der Abfall freigegeben und für die Verbrennung ins richtige Mischungsverhältnis gebracht, um eine gleichmäßige Temperatur und maximale Effizienz zu garantieren. Die Schadstoffe werden bei Temperaturen von bis zu 1.200 °C vollständig aufgebrochen und vernichtet. Den größten Teil der Anlage bilden nicht die Brennöfen, sondern die mehrstufige Rauchgasreinigung. In der zentralen Leitwarte wird ständig kontrolliert, wie weit die Emissionen unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen – oft sind die Werte kaum noch messbar. Die HIM GmbH erfüllt in Hessen eine staatliche Aufgabe in privater Hand. Im Rahmen der Sonderabfallentsorgung stellt sie sicher, dass gefährliche Abfälle aus Industrie und Gewerbe rechtssicher und umweltgerecht behandelt werden.  

Die Schadstoffe aus Privathaushalten und den öffentlichen Sammelstellen sind nur ein kleiner Teil des Geschäfts der HIM GmbH. Die meisten Abfälle kommen aus großen Fabriken und Produktionsbetrieben, vor allem aus den Chemiezentren im Südwesten Deutschlands (Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz). Dazu gehören die chemische und pharmazeutische Industrie mit Rückständen aus der Herstellung von Medikamenten, Kunststoffen oder Reinigungsmitteln. Aus der metallverarbeitenden Industrie kommen Öle, Fette und Emulsionen, die beim Bohren oder Fräsen von Metallteilen entstehen, sowie Lackschlämme oder Reste von Bremsflüssigkeiten und Lösungsmitteln aus der Automobilindustrie. „Uns wurde bewusst, dass in einem modernen Industrieland große Mengen gewerbliche Gefahrenstoffe anfallen und diese nicht wie Hausmüll in Brennöfen entsorgt, sondern kontrolliert und im geeigneten Mischungsverhältnis der thermischen Verwertung zugeführt werden müssen“, berichtet der ZAW-Fraktionsvorsitzende Sebastian Sehlbach.

Die HIM in Biebesheim ist ein unverzichtbarer Pfeiler der hessischen Abfallinfrastruktur. Sie garantiert Entsorgungssicherheit für die Industrie und leistet durch die Sanierung von Altlasten einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Mit über 400 Arbeitsplätzen und attraktiven Ausbildungsprogrammen ist sie Teil unseres Wirtschaftsmotors. 

„Ein Besuch bei der HIM in Biebesheim nimmt dem Thema ‚Giftmüll‘ das Abstrakte und zum Teil auch das Unheimliche. Man verlässt das Gelände mit dem Verständnis, dass hochspezialisierte Technik und strengste Überwachung notwendig sind, um die Rückstände unserer Industriegesellschaft sicher und umweltgerecht zu entsorgen“, so Klock und Sehlbach abschließend.